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Ankunft im Projekt

Nach meiner Woche in Nairobi bin ich nach Ahero gereist, dort liegt mein Projekt. Die Fahrt mit dem Bus hat sich gezogen: In Nairobi haben wir drei Stunden im Stau gestanden, dann sind wir mit nur zwei kurzen Pausen gut zehn Stunden durch Kenia gefahren. Aber ehrlich: Der Ausblick ist es mehr als wert gewesen! Ich habe richtig viel vom Land gesehen, sogar Giraffen, Zebras, Affen und Antilopen! Der Bus hatte sogar WLAN und Steckdosen.

In Ahero angekommen, haben uns zwei Autos an einer großen Straße abgeholt, im einen saßen Hannah und unser Gepäck, im anderen die restlichen acht Freiwilligen. So sind wir zu unserem Projekt gefahren.

Das Projekt: Ahero Resource Center

Unser Projekt heißt Ahero Resource Center oder auch Nyando CBO, das steht für „Community Based Organisation“. Es ist ziemlich groß und besteht aus zehn Gebäuden. Was hier alles angeboten wird, ist wirklich beeindruckend:

Einige Räume in denen wir leben sind wie Großraumbüros, weil sie keine durchgehenden Decke haben: Mehrere Zimmer teilen sich einen großen Raum, getrennt nur von Holzwänden, die nicht bis zur Decke reichen. So steigt die Hitze bis unters Dach, das trägt zur natürlichen Belüftung bei und macht den Raum dadurch kühler. Allerdings geht dabei auch Privatsphäre verloren.

Wir Freiwilligen

Nicht alle Freiwilligen bleiben in unserem Projekt; es ist aber eine gute Zwischenstation, weil hier sehr viel Platz ist. Nach etwa einer Woche sind die zwei Freiwilligen in ihre Projekte weitergefahren (bzw. gebracht worden). Jetzt sind wir „nur“ noch sechs Deutsche und zwei Europäer, ein Italiener und eine Spanierin.

Melissa, Hannah, Jonathan und ich sind größtenteils mit Gartenarbeit auf der Farm beschäftigt. Felix arbeitet in einem etwas weiter entfernten Krankenhaus, Tabea hilft in der kleinen Schule aus. Ich verbringe die Hälfte meiner Zeit im Garten, die andere Hälfte arbeite ich an der Website des Projekts. Das ist eine richtig schöne Aufgabe! Wenn die Website fertig ist, werde ich im Computerkurs aushelfen.

Alltag, Essen und Duschen unter der Regenrinne

Ich fühle mich hier sehr wohl! Jeden Tag kocht Lucy für uns, und das Essen ist köstlich. Fleisch gibt es nicht so oft, weil es etwa doppelt so teuer ist wie Sojaschnetzel. Eigentlich absurd, dass Fleisch in Deutschland oft ähnlich teuer wie Soja ist, obwohl die Tiere viel aufwendiger zu halten sind und unter anderem Soja zum Fressen bekommen.

Ich lerne hier so viel! Zum Beispiel, wie man sich überwindet, kalt zu duschen, oder wie man Wäsche mit der Hand wäscht, ohne Waschmaschine. Sogar die Schulkinder können das besser als ich, sie haben es mir schon gezeigt! Außerdem waschen wir unsere Haare manchmal unter der Regenrinne, weil das Grundwasser, mit dem wir duschen, sehr salzhaltig und damit schlecht für die Haare ist. Regenwasser ist da deutlich besser. Außerdem regnet es fast täglich, meistens gegen 17 Uhr.

Und bald geht es weiter: Die deutsche Botschaft hat uns in ein paar Tagen nach Nairobi eingeladen. Das ist natürlich ein weiter Weg, aber ich freue mich riesig, alle anderen deutschen Weltwärts-Freiwilligen aus Kenia zu treffen und die Botschaft selbst zu besuchen, das wird spannend!

Meine erste Woche in Kenia

Meine Reise hat entspannt begonnen: Am Montagmittag bin ich von Cossebaude mit dem Zug nach Berlin gefahren und habe dort eine Nacht bei Beate, Gesa und Neo verbracht. Dann ging es am Dienstagfrüh mit dem Flugzeug nach Nairobi, mit Zwischenstopp in Istanbul. Am Flughafen in Nairobi musste ich meine Drohne abgeben, denn die darf man nicht einführen. Erst bei meiner Ausreise in einem Jahr darf ich sie wieder abholen. Um drei Uhr nachts wurden wir dann in unsere Gastfamilien aufgeteilt, die uns herzlich willkommen hießen. Eine Woche lang leben wir jetzt hier, bevor es auf die Projekte geht. Meine Gastmutter Catherine nimmt schon seit Jahren Freiwillige auf, in meinem Zimmer hängen sogar Fotos von früheren Gästen aus dem Jahr 2014.

kleine Straße kühe auf dem Weg

Jeden Morgen sind wir zu einem kleinen Orientierungsseminar im CIVS-Büro in Nairobi gelaufen. Die Bilder oben sind von diesem Weg. In dieser Woche waren wir zweimal in der Innenstadt, außerdem haben unter anderem das Giraffenzentrum und einen Wald besucht. Die Fahrt dorthin war immer ein Erlebnis: Mit den Matatus, diesen typischen Bussen mit lauter Musik, kommt man rein. In der Stadt und auf dem Rückweg wird man oft angebettelt, auch von Kindern. Manche fragen sogar, ob ich sie mit nach Deutschland nehmen könnte. Das hat mich schon etwas traurig gemacht. Einige scheinen nur Freundschaft zu wollen, weil sie denken, dass alle Weißen unendlich reich sind. Das Bild, das viele hier von uns haben, ist zwar übertrieben, aber ich verstehe, woher es kommt.

Das Essen in Nairobi ist einfach großartig! Mittags haben wir immer zusammen in einem kleinen lokalen Restaurant gegessen. Am häufigsten gab es Chapati, das ist ein Fladenbrot mit der Form eines Eierkuchen, Bohnensuppe und Pilau(Ähnlich zu indischen Reis). Alles war so lecker, dass ich mich selten entscheiden konnte.

Chapati mit Bohnen

Besonders beeindruckt haben mich der Besuch im Giraffenzentrum und der Spazierg ang durch den Wald. Aber auch die Fahrten durch Nairobi waren immer wieder faszinierend, man sieht dabei so viel von der Stadt!

Schon jetzt habe ich drei Freiwillige kennengelernt, die ich über Umwege kenne: Arian ist ein Kumpel von Jakob, dem Freund von Helene. Felix ist ein Freund von Levin, meinem Grundschulfreund. Und Liv kenne ich über meine Exfreundin und die Kletter-Community. Wir beide kennen Lutz Zybel, einen starken Kletterer aus Dresden.

Am Mittwoch bin ich dann nach Ahero gefahren, wo mein Projekt liegt. Dort kann ich sehr wahrscheinlich einen Computerkurs anbieten, genau das war immer mein Traum! 😊